75qm Nationale Kreuzer Klasse Bodensee e.V.
75qm Nationale Kreuzer Klasse Bodensee e.V.

Fifty-Fifty O-52

Bauwerft:

Faul-Werft, Schweiz

Ex-Name:

Zephyros II

Segelnummer:

O 52

Ex-Segelnr:

 

Schiffstyp:

75qm Nationaler Kreuzer

Konstrukteur:

 

Eigner:

wird nicht veröffentlicht!

Takelung:

7/8 Holz

Baujahr:

1916

Heimatrevier:

Bodensee

Segelfläche:

75qm

Baumaterial:

Holz

Länge über alles:

11,60m

Deplacement:

5,3 t

Breite:

2,73m

Tiefgang:

1,50m

Bemerkung:

Peitschenmast

Der frühere Besitzer Curt O. Meyer hat wörtlich geschrieben:

„Der in der Villa Seerose in Oberrieden (Zürichsee) wohnende aus dem Rheinland stammende Herr Becker erteilte der Firma Faul in Horgen im Jahre 1916 den Auftrag für den Bau eines 75er. Ein Preis wurde nicht vereinbart, Becker hatte im Eisen- und Stahlhandel viel Geld verdient (auch viel ausgegeben!). Becker war Mitglied des Zürcher Yachtclub (ZYC) aber kein Segler. Die Zephyros II genannte Yacht lag an einer Boje vor der Villa Seerose und wenn die Gelage an Land etwas nachgaben wurde auf der Yacht weiter gefestet. Dies gibt auch die Erklärung für die unseemännische Einteilung und die Luxus Ausführung der Kabine (ohne Durchlass zu dem Vorschiff). Nach dem Kriegsende kehrte Becker nach Deutschland zurück und verkaufte die Besitzung Seerose an den Grossmetzger Merz aus Zürich. Der 75er lag bei Faul an Land, der neue Eigentümer erfuhr erst davon als ihm für Sommer- und Winterlager Rechnung gestellt wurde.“

Im Jahre 1921 haben die Herren Hongler und C.O. Meyer aus St. Gallen die Yacht in der Werft Faul besichtigt. Die Verhandlungen blieben jedoch erfolglos. Im Jahre 1923 wurden dieselben wieder aufgenommen und die Zephyros II durch die Herrn Hongler und Meyer für Fr. 6'000 gekauft. 1923 kam der 75er per Bahn nach Romanshorn, wo er abgeladen und anschliessend zur Werft Minn in Wasserburg überführt wurde, um verschiedene Arbeiten auszuführen. Nachher kam die Yacht in den Hafen von Staad (CH).

Im Jahre 1928 wurde die Zephyros II an den Bankier Daetwyler von Zürich für Fr. 10’000 verkauft. Der Verkauf erfolgte wahrscheinlich weil Curt Meyer zu jener Zeit für einige Jahre nach USA übersiedelte.

Zephyrus II sollte im Jahre 1930 für Regatten nach Zürich verladen werden, da Yolanda und Bettina (Kommerzienrat Wieland) am Zürichsee lagen. Bei dieser Gelegenheit fiel sie beim Verladen auf einen Pfahl und wurde schwer beschädigt. Die Reparatur kostete Fr. 10'000!

Curt Meyers Freund, Jim Brand, erfuhr im Jahre 1935, dass der 75er wieder zu kaufen sei, es sei aber sehr pressant, da Daetwyler aus der Schweiz verschwinden müsse. Die Yacht wurde für Fr. 5'000 durch die Herren Curt O. Meyer und seinem Vetter Max Hungerbühler zu gleichen Teilen erworben, weshalb sie auf den Namen Fifty-Fifty umgetauft wurde.

Fritz U. Höchner und sein jüngerer Bruder Martin, der in jungen Jahren starb, durften öfters auf der Fifty mitsegeln, da die Besitzer altershalber junge Kräfte an Bord brauchten. Curt Meyer war am ganzen See für seine Kochkünste berühmt und beide Buben waren über glücklich in den Genuss seiner Gastfreundschaft zu kommen. Sie meldeten bei Curt auch frühzeitig an, dass wenn es einmal zu einem Verkauf kommen sollte, sie an der Fifty grosses Interesse hätten.

So war Curt Meyer Ende 1968 bereit, die Fifty-Fifty für Fr. 18'000 an Fritz U. Höchner zu verkaufen. Leider war der Mitbesitzer, Max Hungerbühler, ein vermögender Müllerbesitzer aus St. Gallen mit diesem Preis nicht einverstanden. Hermann Fürst, der ebenfalls an einem Kauf interessiert war, wurde von ihm eingeladen mitzubieten.  Nach langen Verhandlungen und dank Hedy Kreier, welche Max Hungerbühler „ins Gebet nahm“ wurde die Yacht am 24. Februar 1969 durch Fritz U. Höchner für den Preis von Fr. 27'500 erworben. Curt Meyer hat  noch während etlichen Jahren bis ins hohe Alter auf der Fifty-Fifty mitgesegelt.

2006 war eine größere Reparatur im Unterwasserbereich erforderlich. Das Schiff wurde mit Mahagoni überlamelliert und erhielt eine eingehende Generalüberholung. Auch heute noch sind das exclusive Exterieur sowie der hölzerne Peitschenmast - der letzte in dieser traditionsreichen Klasse - erhalten. Mit einem 3. Rang bei der Überlinger Herbstregatta 2006 gelang der Fifty-Fifty-Crew ein deutlicher Achtungserfolg.

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